Ilse Fetik: Jede Unterstützung auf dem Weg zu mehr Einkommensgerechtigkeit ist willkommen!

Mehr Gleichstellung für rund eine Million Beschäftigte durch rahmenrechtliche Verbesserungen in KVs

„Wir freuen uns, wenn auch die Grünen erkennen, dass sich durch Rahmenbedingungen in Kollektivverträgen einiges in Sachen Einkommensgerechtigkeit verbessern lässt. Das ist der Hauptgrund dafür, dass sich die GPA-djp seit geraumer Zeit das Thema Gleichstellung zum Schwerpunkt macht – mit Erfolg: Es sind nicht nur einige wenige Kollektivverträge, in denen wir die Berücksichtigung von Elternkarenzen für die Lohn- und Gehaltsentwicklung durchgesetzt haben, sondern das ist vor allem auch in Branchen mit hohem Frauenanteil wie dem Handel oder dem Gesundheits- und Sozialbereich gelungen“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) die aktuelle Forderung der Grünen. Insgesamt profitieren alleine im Organisationsbereich der GPA-djp mittlerweile rund eine knappe Million Beschäftigte von diesen rahmenrechtlichen Verbesserungen.

Weitere konkrete Verbesserungen, die den weiblichen Beschäftigten in den Betrieben zugute kommen, seien außerdem in mühevoller Kleinarbeit in einer Reihe von Kollektivverträgen durchgesetzt worden. Die Berücksichtigung der Karenzzeiten bei der Kündigungszeit, bei den Vorrückungen, beim Urlaubsanspruch, bei der Abfertigung und bei den Jubiläumsgeldern sind wesentliche Fortschritte, so Fetik abschließend: „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber er ist noch weit. In diesem Sinne ist uns auch jede Unterstützung willkommen, die dazu dient, dass Arbeitgeber und ihre Interessenvertretungen den Lippenbekenntnissen in Sachen Einkommensgerechtigkeit konkrete Taten folgen lassen!“

 

Ilse Fetik: Sechste Urlaubswoche bedeutet mehr Gerechtigkeit für Frauen

Arbeitszeit muss bestimmte Lebensphasen berücksichtigen – Über Arbeitszeitverkürzung nachdenken

„Von einer Ausweitung des Jahresurlaubes auf Beschäftigtengruppen, die bisher keine Chance hatten, in den Genuss einer sechsten Urlaubswoche zu kommen, profitieren in besonderem  Maße Frauen. In Branchen wie dem Handel und dem Gesundheitsbereich mit einem großen Frauenanteil, erreicht kaum eine Beschäftigte 25 Dienstjahre bei einem Arbeitgeber, was derzeit die Bedingung für sechs Wochen Urlaub ist. Wollen wir einen Schritt in Richtung mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt herstellen, ist eine Modernisierung des Urlaubsrechts  unabdingbar“, so die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Ilse Fetik. Read more »

Frauenring-Preis für Christiana Jankovics

BlobServerORF Generalintendant Alexander Wrabetz, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner gratulieren Christiana Jankovics. Copyright: Andy Wenzl

Für Engagement für Gleichstellungsfragen ausgezeichnet.

Mit dem Frauenpreis des Frauenrings werden Personen ausgezeichnet, die sich für die Anliegen von Frauen engagieren und sich im Interesse der Geschlechtergleichstellung besonders verdient machen. Heuer wurde in drei Kategorien ausgezeichnet, der Frauenring-Preis ging an Christiana Jankovics, Mitglied des ORF-Zentralbetriebsrats und im Bundesausschuss der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp sowie Vorsitzende des Betriebsrats ORF TV.

„Wir leben immer noch in einer Männerwelt. Zeitungen und Fernsehen sind männlich besetzt, das muss sich ändern. Die Leistungen von Frauen müssen gesehen und gehört werden, der Frauenpreis trägt seinen Teil dazu bei“, erklärte Frauenring-Vorsitzende Christa Pölzlbauer. Die frauenpolitische und gewerkschaftliche Leistung von Christiana Jankovics ist für die im ORF angestellten Frauen spürbar – unter ihrer Federführung wurde die Betriebsvereinbarung zur Gleichstellung im ORF verhandelt. ORF-Fernsehdirektorin Katharina Zechner dankte Christina Jankovics in ihrer Laudatio für ihre Hartnäckigkeit und für ihre Energie in Gleichstellungsfragen. Die GPA-djp gratuliert herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung.

Ilse Fetik: „Echte Gleichstellung beginnt mit der Sprache“

Copyright: Bilderbox

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Wenn schon eine Generalklausel, dann bitte die weibliche Form

„Ein Vorschlag ist nichts anderes als die Grundlage für eine Diskussion, die im konkreten Fall ohnehin kein anderes Ergebnis bringen wird, als dass er nicht umgesetzt wird“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) den Vorstoß des österreichischen Normungsinstituts Austrian Standards zu geschlechtergerechter Sprache, indem weibliche Formen durch Generalklauseln ersetzt werden sollen.

„Ohne den Müttern und Vätern dieses Gedankens zu nahe treten zu wollen: diese Idee mutet schon ein bisschen seltsam an in einer Welt, in der es sich alle vernünftigen Kräfte zum Ziel setzen, für echte Gleichstellung zu sorgen, und die beginnt nun einmal bei der Sprache“, so Fetik: „In Österreich leben mehr Frauen als Männer, jede Studie bestätigt, dass Frauen mittlerweile besser qualifiziert sind als Männer und wenn man unentgeltliche Arbeit wie Kinderbetreuung und Pflege inkludiert, dann arbeiten sie auch mehr. Abgesehen davon, dass ich keinen Handlungsbedarf sehe: Wenn schon eine Generalklausel in der Sprache gefordert wird, dann sollte es also die weibliche sein!“

Website der IG Metall: Frauen werden zu Überfliegerinnen

Frau mit Modellflugzeug, Copyright: Bilderbox

 Die Werkshalle – ein Ort, an dem bislang fast ausschließlich Männer das Sagen hatten. Nun erobern ihn auch Frauen. Mit einem Förderprogramm können sie sich bei Airbus zu Meisterinnen qualifizieren. Ein gutes Beispiel für die Gleichstellung von Frauen, sagt die IG Metall. Sie fordert ein Recht auf Weiterbildung und garantierte Lernzeiten – für alle.

Mehr Informationen sind auf der Website der IG Metall zum Meisterinnenförderprogramm bei Airbus zu finden www.igmetall.de/meisterinnenfoerderprogramm-bei-airbus-13031.htm

(Copyright: Bilderbox)

 

Ilse Fetik: Die Arbeit von Frauen muss viel mehr wert sein!

Flächendeckend qualitative Kinderbetreuung, wirksame Schritte gegen das Ausufern von Teilzeitbeschäftigung und Frauenquote gefordert.

„Österreich hat in Sachen Einkommensgerechtigkeit leider die Bezeichnung Entwicklungsland verdient, das bestätigt eine aktuelle Untersuchung von Eurostat: Die Durchschnittseinkommen der Männer in Österreich sind um fast ein Viertel, nämlich um 23,4 Prozent höher als jene der Frauen, damit liegen wir am unrühmlichen vorletzten Platz in Europa, nur Estland schneidet noch schlechter ab. Eindrücklicher lässt sich der politische Handlungsbedarf wirklich nicht bestätigen“, kommentiert llse Fetik, Frauenvorsitzende in der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) anlässlich des Internationalen Frauentags.

Diese Entwicklung lasse sich weder mit der Beschäftigtenquote, die nämlich steige, noch mit der Ausbildung der Frauen argumentieren, so Fetik weiter: „Leider wissen ganz offensichtlich viele Unternehmen das Potenzial an gut ausgebildeten Frauen überhaupt nicht zu schätzen.“ Einerseits habe der Frauenanteil unter den Universitätsabsolventen im Studienjahr 2012/2013 erstmals die 60 Prozent -Hürde überschritten, andererseits beweise der alljährlich von der Arbeiterkammer durchgeführte Frauen.Management.Report für das heurige Jahr 2014 einmal mehr die männliche Dominanz in gehobenen Positionen, erklärt Fetik: „Dabei bräuchte es so dringend mehr weibliche Führungskräfte, die sich stark machen für Frauenförderungsprogramme und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle.“

„Die GPA-djp redet nicht nur von Gleichstellung, wir tun etwas dafür“, erinnert Fetik an die erreichten Verbesserungen auf der kollektivvertraglichen Ebene, was die Anrechnung der Karenz sowie der Vordienstzeiten und natürlich das Mindestgehalt betrifft: „Für die Frauenbranche Handel haben wir beispielsweise im aktuellen Doppelabschluss das Mindestgehalt von 1500 Euro ab dem Jahr 2015 gesichert.“ Auch die Politik sei gefordert, so Fetik abschließend: „Neben dem Ausbau eines flächendeckend qualitativ hochwertigen Bildungs- und Betreuungsangebots für Kinder und wirksamen Schritten gegen das Ausufern von Teilzeitbeschäftigungen braucht es vor allem endlich eine verpflichtende Quote für Frauen in Führungspositionen. Nur mit konkreten Maßnahmen schaffen wir es, uns aus der unrühmlichen Position des Einkommensgerechtigkeits-Entwicklungslandes in der EU zu befreien. Die Arbeit von Frauen muss viel mehr wert sein!“

Lesetipp: Gleichstellung in der Sackgasse? Frauen, Männer und die erschöpfte Familie von heute

Zulehner_GleichstellungAm besten Weg zur Geschlechtergerechtigkeit: Frauen sind mehrheitlich berufstätig, die Wirtschaft funktioniert nicht ohne sie. Männer gehen den umgekehrten Weg, engagieren sich in Kinder- und Altenbetreuung und unterbrechen mitunter ihre Berufstätigkeit. Erfolg auf ganzer Linie? Nicht ganz! In den letzten zehn Jahren hat die Entwicklung in Richtung Gleichstellung massiv an Schwung verloren. Anstelle von Rollenzuweisungen fordern immer mehr Menschen Selbstbestimmung bei der Lebensgestaltung. Doch wie frei können Männer und Frauen wirklich entscheiden? Welche politischen Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Der renommierte Pastoraltheologe und Werteforscher Paul M. Zulehner widmet sich mit der Sozialethikerin Petra Steinmair-Pösel der Frage, wie sich die Rollenbilder von Frauen und Männern verändern und vor welchen Herausforderungen die „erschöpfte Familie“ heute und zukünftig steht. Basierend auf zwanzig Jahren einschlägiger Forschung fordern die Autoren zu einem gesellschaftlichen Diskurs auf Augenhöhe mit den Betroffenen auf. Es gilt, eine Balance zwischen Modernisierung und Selbstbestimmung zu finden! Read more »

Dwora Stein: Viel erreicht, aber noch viel zu tun in der Frauenbranche Handel

GPA-djp fordert Gehaltsreform, bezahlte Bildungsfreizeit und 6. Urlaubswoche für mehr Beschäftigte

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Dwora Stein, Copyright: GPA-djp

„Der Handel ist eine Frauenbranche, er ist ein stabiler Arbeitgeber, aber nicht immer ein fairer Arbeitgeber. Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel erreicht, aber vor allem was die Bereiche Weiterbildung und Entlohnung betrifft, gibt es noch einiges zu tun“, fasst Dwora Stein, GPA-djp-Bundesgeschäftsführerin, die aktuelle von der AK Wien beauftragte Studie von WIFO und IFES zur „Situation der ArbeitnehmerInnen im Handel in Österreich“ zusammen.

„Im Handel ist jede Lohn- und Gehaltsrunde eine Frauenlohnrunde“, so Stein, insofern ist das mit dem aktuellen Doppelabschluss erreichte Mindestgehalt von 1500 Euro brutto ab Jahresbeginn 2015 für die vielen weiblichen Beschäftigten von besonderer Bedeutung. Die GPA-djp begrüßt in diesem Sinne die Entscheidung von Lebensmittelkonzernen, die mit gutem Beispiel vorangehen und die Mindestlöhne und Mindestgehälter im Unternehmen freiwillig erhöhen. Read more »

„Chefinnen bleiben selten“ Interview mit AK-Vizepräsidentin Dwora Stein

„Vorarlberger Nachrichten“ vom 24.02.2014

Laut einer Studie der Arbeiterkammer bleibt der Frauenanteil auf der Führungsebene auf niedrigem Niveau.

Chefinnen bleiben selten
Die Zahl der Chefinnen bleibt weiter auf konstant niedrigem Niveau. In den Aufsichtsräten der Top 200 Unternehmen des Landes erhöhte sich der Frauenanteil im Jahr 2014 um marginale 0,5 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Das geht aus dem Frauen.Management.Report 2014 der Arbeiterkammer Wien hervor. Im Aufsichtsrat sind 13,9 Prozent weiblich (2013: 13,4 Prozent), das heißt von 1.796 Aufsichtsratsmandaten sind nur 250 von Frauen besetzt. In fast einem Drittel (65 von 200 Unternehmen) sind überhaupt alle Spitzenpositionen männlich besetzt. Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende gibt es nur in elf Firmen. Nur zehn der Top 200 Unternehmen (5,0 Prozent) erreichen den Wert von 40 Prozent oder mehr Frauen. Read more »

Ilse Fetik: „Wer klug sein will, der beschäftigt mehr Frauen in Führungspositionen!“

„Die heute von AK-Präsident Kaske präsentierte Studie bestätigt es einmal mehr: Unternehmen lassen viel Potenzial unberücksichtigt, wenn sie nicht mehr Frauen in Führungspositionen beschäftigen“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp): „Man kann die Bildungs- und Beschäftigungsdaten drehen und deuten, wie man will, es kommt kein anderes Ergebnis heraus als dass Frauen mittlerweile besser ausgebildet sind als Männer und trotzdem viel häufiger unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten. Wer klug sein will, der beschäftigt mehr Frauen in Führungspositionen!“

Der Handlungsbedarf liege auf der Hand, unterstützt Fetik die Forderungen der AK nach Maßnahmen, um mehr Chancen- und Einkommensgerechtigkeit herzustellen. „Wir setzen uns in allen Kollektivvertragsverhandlungen dafür ein, beispielsweise durch bessere Anrechnungen der Karenzzeiten und andere rahmenrechtliche Verbesserungen mehr Gleichstellung zu schaffen – der Wiedereinstieg von Frauen muss stärker gefördert werden.“

Sie stehe auch voll und ganz hinter der Forderung, Teilzeitkräfte nicht von Fortbildung auszuschließen, wie das in vielen Unternehmen praktizierte werde, so Fetik weiter:  „Teilzeitbeschäftigung ist in den vergangenen 30 Jahren von 16 auf 45 Prozent angestiegen, viele Frauen würden lieber Vollzeit arbeiten. In diesem Sinne ist die geplante Gesetzesänderung, Vollzeitstellen im Unternehmen zuerst den Teilzeitbeschäftigten anzubieten, absolut begrüßenswert. Es braucht aber neben einer Verbesserung der Rahmenbedingungen wie der Schaffung von mehr Kinderbetreuungsplätzen weitere Maßnahmen und Gesetze, die garantieren, dass Teilzeitbeschäftigte nicht länger benachteiligt werden“, fordert Fetik einmal mehr, den Mehrarbeitszuschlag auch Teilzeitbeschäftigten ab der ersten tatsächlich geleisteten Stunde Mehrarbeit auszubezahlen.